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Länderoffenes Gespräch der Lehrergewerkschaften mit der Kultusministerkonfe-renz (KMK) am 17. Oktober 2008 in Saarbrücken

Am 17. Oktober 2008 fand in Saarbrücken das länderoffene Gespräch zwischen den gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen und deren Lehrergewerkschaften mit dem KMK-Präsidium unter Vorsitz der Ministerin für Bildung, Familie, Frauen und Kultur des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, statt.

Der dbb beamtenbund und tarifunion war vertreten durch den Vorsitzenden der Fachkommission Schule, Bildung und Wissenschaft des dbb sowie Vorsitzenden des VBE, Dr. Ludwig Eckinger, und durch die Vertreter der Bildungsgewerkschaften des dbb, Berthold Gehlert für den BLBS, Dr. Horst Günter Klitzing für den DPhV, Albert Obert für den VDR und Dr. Annette Orth für den VLW. Zu Beginn des Gesprächs wurde die Frage der Lehrerbildung angesprochen; alle Gesprächspartner stimmten darin überein, dass in der Politik die Lehrerbildung in den zurückliegenden Jahren nicht die oberste Priorität gehabt habe. Aktuell sei jedoch die Ansicht gewachsen, dass sich die Länder der Lehrerbildung verstärkt widmen müssen. Von Seiten des dbb wurde in diesem Zusammenhang auf das Problem der fehlenden Institutionalisierung bzw. der fehlenden eigenständigen Fakultäten für die Lehrerbildung an den Hochschulen hingewiesen. Dies habe zur Folge, dass die Lehrerbildung an den Hochschulen ein Schattendasein führe. Darüber hinaus seien aus seiner Sicht auch die Quer- und Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf problematisch und dürften nur eine voerübergehende Notmaßnahme seinDie Vertreter der KMK verwiesen hier auf die in Saarbrücken beschlossenen ländergemeinsamen inhaltlichen Anforderungen an das Lehramt an Schulen, der Kultusministerkonferenz. Durch diesen Beschluss solle zum einen zur Stärkung der Fachdidaktiken beigetragen und zum anderen die Praxis stärker eingebunden bzw. eine Klammer zur Lehrerfortbildung geschaffen werden.

Zu der von den Lehrergewerkschaften in diesem Zusammenhang aufgeworfenen Frage nach verbindlichen Standards in der Lehrerbildung bei gleichzeitiger Universitätsautonomie, wurde seitens der KMK deutlich gemacht, dass der Staat verbindliche Erwartungen an die staatlichen Universitäten habe und diese auch formulieren würde. Zugleich wurde seitens der KMK auf die „Arbeitsgruppe Lehrer“ der Amtschefkonferenz hingewiesen, die die konzeptionellen Vorarbeiten leisten solle. Hinsichtlich der von den Lehrergewerkschaften problematisierten Quer- und Seiteneinsteigern, stellte die KMK fest, dass die Schule ein „offenes System sei Ebenfalls angesprochen wurde seitens des dbb die Frage des Lehrermangels und damit zusammenhängend die Umstrukturierung des Lehramtsstudiums in ein Bachelor- und Masterstudium bzw. in konsekutive Studiengänge. Der dbb stellte hierzu fest, dass - obgleich es sich häufig auch um einen spezifischen Lehrermangel handele – es gerade die konsekutiven Studiengänge sehr schwer machen würden, eine richtige Prognose bezüglich des Bedarfs zu erstellen. Der Grund hierfür liege in der Tatsache, dass die Entscheidung für den Lehrerberuf von sehr vielen erst nach Abschluss des Bachelor-Examens getroffen würde.

Ein weiteres Thema des länderoffenen Gesprächs war die Frage der Weiterentwicklung der Erzieherausbildung, bei der z. Z. unterschiedliche Modelle diskutiert werden. Von Seiten der Präsidentin der KMK wurde in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass die KMK in ihrer Sitzung in Saarbrücken eine Empfehlung an den Unterausschuss „Berufliche Bildung“ herausgegeben habe und eine Arbeitsgruppe zu dieser Thematik eingerichtet wurde.

 

Ein weiteres wichtiges Thema des Gesprächs war auch die Frage von Führung in der Schule. Hier betonte der dbb die Bedeutung einer guten Führung in der Schule für eine gute Schulentwicklung. Aus seiner Sicht sei daher die Professionalisierung der Schulleiter – auch über die Einrichtung von Führungsakademien – unbedingt notwendig. Die KMK führte zu dieser Thematik aus,  dass sie zur Frage der Führung in der Schule auf Anregung der Lehrergewerkschaften eine Umfrage in den Ländern starten wollel, wie die Qualifikation des Führungspersonals derzeit gestaltet wird. Zugleich wurden von einigen der anwesenden Kultusminister Einzelheiten zur Personalentwicklung im Führungsbereich dargestellt und in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass es hier vorzugsweise um eine Vorqualifizierung, d. h. um eine Qualifikation vor der Übernahme des Amtes gehe. Auch wurde betont, dass es sich nicht nur um einzelne Führungspersonen, sondern um ein Führungsteam an der Schule handeln müsse