26.09.2012

Berufsschullehrer warnen vor weiterer Kürzung der Einstiegsgehälter der Junglehrer

Bereits seit 2005 werden die Einstiegsgehälter der neueingestellten Lehrkräfte für drei Jahre um 4 % gekürzt. Die Vorsitzende des Berufsschullehrerverbandes Baden-Württemberg (BLV) Margarete Schaefer warnte am Mittwoch (26.09.12) die Landesregierung, die Einstiegsgehälter der Junglehrer um weitere 4 % zu kürzen.

Bereits seit 2005 werden die Einstiegsgehälter der neueingestellten Beamtinnen und Beamten (ab Besoldungsgruppe A 12) für drei Jahre um 4 % reduziert. Setzt man jetzt die Ankündigung von Ministerpräsident Kretschmann um, macht die Kürzung 8 % des nach der Besoldungstabelle vorgesehenen  Einstiegsgehalts aus. Da angesichts der düsteren Einstellungssituation die Personalreferenten den Lehramtsbewerbern dringend eine Reduzierung ihres Deputats nahelegen, um mehr Lehrer einstellen zu können und die Junglehrer aus Gründen der Solidarität sich dem nicht entziehen, verschärft sich die finanzielle Lage eines Junglehrers in nicht mehr zu verantwortbarer Weise.

Mit einer solchen Perspektive macht man den Schuldienst an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg unattraktiv. Die besten Köpfe werden deshalb in die angrenzenden Bundesländer abwandern, die ihren Lehrkräften ein solches Sparopfer nicht abverlangen.

Gerade die beruflichen Schulen seien aber - so Margarete Schaefer (BLV) – darauf angewiesen, dass die Besoldung der Berufsschullehrer mit den Einstiegsgehältern der Wirtschaft konkurrieren kann. Für viele Lehrkräfte mit ingenieur-, sozial- oder wirtschaftswissenschaftlicher Ausbildung käme als Alternative zum Schuldienst auch eine Tätigkeit in der Wirtschaft in Frage. Wenn wir für die Ausbildung unserer Jugendlichen hervorragend qualifiziertes Personal einstellen wollen, müssen wir auch ordentliche Gehälter zahlen, so
BLV-Vorsitzende Schaefer abschließend.


Stuttgart, 26.09.12