18.05.2017

BLV fordert Einführung von Beförderungsstellen

Die Regierungsfraktionen von SPD und Linken haben sich am Dienstag dafür ausgesprochen, die Eingruppierung einzelner brandenburgischer Lehrergruppen anzuheben.

Die Föderalismusreform des vergangenen Jahrzehnts beförderte den Wettbewerb um gute Lehrkräfte bundesweit. Aus diesem Grund überbietet sich momentan die Politik in Überlegungen, wie sie mit mehr Geld und guten Worten Lehrkräfte nach Brandenburg locken kann. Dazu sollen für einzelne Lehrkräftegruppen Besoldungserhöhungen beschlossen werden. Der BLV erwartet darüber hinaus und gleichzeitig die Einführung von anlasslosen und anlassbezogenen Beförderungsstellen für alle Schulstufen. "Der alleinige Weg einzelne Lehrergruppen in den Fokus zu nehmen, holt aber nicht den überwiegenden Teil der Lehrerschaft ab, die sich mit Engagement und Leistungsbereitschaft in allen anderen Schulformen einsetzen", so der Landesvorsitzende des Brandenburgischen Lehrerverbandes beruflicher Schulen Thomas Pehle. "Erzählen Sie bitte einer engagierten Lehrkraft an beruflichen Schulen, deren unregelmäßiger Stundenplan früh bei den Auszubildenden beginnt oder zwei Stunden vor Mitternacht in der Fachschule endet, vor dem Hintergrund von Industrie 4.0 oder Inklusion etwas von erhöhter Arbeitsbelastung."

Der BLV will mit der Einführung von anlasslosen und anlassbezogenen Beförderungsstellen für alle Schulstufen erreichen, dass leistungsbereite und langjährig Beschäftigte, die für eine zukunftsorientierte Ausbildung einzusetzen, dies auch im Portemonnaie spüren. Das wäre auch eine gerechte und bezahlbare Lösung für das Land Brandenburg und gleichzeitig ein Instrument der Nachwuchsgewinnung. Ein Auspielen einzelner Schulformen wird damit vermieden.

Die Oberstufenzentren stellen auf Grund des Lehrkräftemangels schon seit Jahren Seiten- und Quereinsteiger ein. Grundständig ausgebildete Lehrkräfte sind aber das Rückrat der beruflichen Bildung. Der BLV fordert ein verbindliches berufsbegleitendes Referendariat und eine Höhergruppierung von langjährig niedriger eingestuften Lehrkräften.

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An 25 Oberstufenzentren des Landes Brandenburg werden rund 40.000 SchülerInnen und Auszubildende in fünf verschiedenen Schulformen zu Ihren Abschlüssen geführt. In der Regel besuchen 70% der Jugendlichen Brandenburgs nach der 10. Klasse ein Oberstufenzentrum. Der Brandenburgische Lehrerverband beruflicher Schulen e.V. (BLV) vertritt als Berufs- und Fachverband gegenüber der Politik und Wirtschaft die Interessen der OSZ und dessen Lehrkräfte. Landesvorsitzender ist Thomas Pehle.