10 Jahre Wirtschaftspädagogik an der Universität Konstanz

Am 25.10.2008 fand im Rahmen des dies academicus die Feier zum 10-jährigen Jubiläum des Studiengangs Wirtschaftspädagogik an der Universität Konstanz statt. Zahlreich waren die Gäste die Professor Dr. Thomas Deißinger begrüßen konnte. In seiner Begrüßungsrede gab er einen kurzen historischen Abriss der Entwicklung des Studiengangs.

Prof. Dr. Thomas Deißinger, Universität Konstanz

Zwar sei er nicht „von Anfang an dabei gewesen“, da die ersten Einschreibungen bereits zum Winter­semester 1997/1998 erfolgten und er erst ein Se­mester später die Arbeit am Lehrstuhl für Wirt­schaftspädagogik mit dem Schwerpunkt Allge­meine Berufs- und Wirtschaftspädagogik sowie international-vergleichende Berufsbildungsfor­schung aufnahm. Im Jahre 2000 erfolgte die Neu­konzeption des Schulpraktikums in Zusammenar­beit mit den Staatlichen Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung in Weingarten und Freiburg. Die Studierendenzahlen entwickelten sich erfolgsver­sprechend. Zwei Jahre später konnte die zweite Professur für Wirtschaftspädagogik mit dem Schwerpunkt Didaktik und berufliche Lehr-Lern-Forschung durch (Professor Kremer) besetzt wer­den. Im Rahmen des Bologna Prozesses wurde der Diplomstudiengang in ein konsekutives System von Bachelor- und Masterstudium überführt. Im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften wird seit dem Wintersemester 2006/2007 ein neuer Bache­lor-Studiengang in Economics angeboten. Die­ser volkswirtschaftliche Bachelor-Studiengang bil­det die Basis für zwei unterschiedlich profilierte Masterstudiengänge in Volkswirtschaftslehre (Quantitative Economics) und Wirtschaftspäda­gogik (Business and Economics Education), deren Studium ab dem Wintersemester 2009/2010 möglich sein wird.

Dr. Annette Orth, Bundesvorsitzende des VLW

Zum Wintersemester 2008/2009 erfolgte die Wie­derbesetzung der zweiten Professur durch Profes­sor Dr. Jürgen Seifried. Nicht ohne Stolz konnte Professor Deißinger darauf verweisen, dass in den letzten 10 Jahren die Absolventenzahlen stetig gestiegen sind und 382 Studierende in Konstanz ihr Studium mit dem Abschluss als Diplom Han­delslehrerin bzw. Diplom Handelslehrer erfolgreich beenden konnten.

 

In den anschließenden Grußworten sowohl des Rektors der Universität Konstanz, Prof. Dr. Dr. h.c. Gerhart von Graevenitz und des  Fachbereichs­sprechers, Professor Dr. Jens Jachwerth, wurde nochmals die gelungene Integration des Studien­gangs in den Fachbereich Wirtschaftswissen­schaften und auf den Erfolge sowohl auf dem Ge­biet der Lehre als auch Forschung verwiesen. Die­sem Lob schlossen sich die Gastredner, Prof. Dr. Klaus Breuer, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) und Ministerialdirigent Klaus Lorenz, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg gerne an.

 

 

Die Bundesvorsitzende des VLW, Dr. Annette Orth stellte in ihrem Grußwort die zahlreichen Anforde­rungen heraus, die heute an die Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen gestellt werden. Ge­rade unter diesem Qualitäts-, Qualifizierungs- und Professionalisierungsaspekt sei es bemerkenswert, in welcher Weise diese Anforderungen in dem Konstanzer Studiengang und von den dort Lehren­den berücksichtigt wurden. Sie verwies in ihrem Grußwort nochmals auf den Bologna-Prozess, der gewaltige Umstrukturierungen für die Universitäten mit sich bringt und natürlich auch für die Wirt­schaftspädagogik eine gewaltige Herausforderung bedeutet. Für den VLW sei es dabei wichtig, dass wir bald wieder – gewissermaßen nach einer empi­rischen Prüfung der verschiedenen Umsetzungen des Bachelor-Master-Konzepts - zu einer größeren Ähnlichkeit in den Studiengangsstrukturen kommen müssen, um gerade die Vorteile einzufahren, die mit den Strukturveränderungen des Bologna-Pro­zesses angestrebt wurden wie z.B. eine höhere internationale und nationalen Mobilität, geringere Abbrecherquoten, die gegenseitige Anerkennung der Lehrerbildungsexamina durch die Kultusminis­terien etc. 

Prof. Dr. Dieter Euler, Universität St. Gallen

Hier sei es auch wichtig bei der Umstellung auf die Bachelor-Master-Struktur die sog. Studienrichtung I, die wirtschaftswissenschaftlich geprägt ist, auf­rechtzuerhalten,  da allein mit den Absolventinnen und Absolventen der Studienrichtung II, also den Kolleginnen und Kollegen, die bei einem inhaltlich verkürzten wirtschaftswissenschaftlichen Studium zusätzlich ein allgemein bildendes Zweitfach stu­dieren, an unseren Schulen eine anspruchsvolle ökonomische Bildung nicht sicherzustellen sei. Für eine zukunftsfähige kaufmännische Berufsbildung ist es notwendig, dass sowohl Lehrerinnen und Lehrer in der Studienrichtung I als auch in der Stu­dienrichtung II qualifiziert werden. Abschließend forderte sie die Studierenden auf ihrer Hochschule auch nach dem Studium „treu“ zu bleiben, die zahl­reichen Kontakte zu nutzen und ihre Ideen in die Weiterentwicklung des Studiengangs als „Ehema­lige“ bzw. „Ehemaliger“ einzubringen. Die heutige Festveranstaltung sei dazu bereits eine ideale Ge­legenheit.

 

Manfred Weichhold gab als ehemaliger Bundes­vorsitzender des VLW und Vorsitzender der Stif­tung Wirtschaft und Erziehung noch einmal einen Rückblick in die Entstehungsgeschichte des Stu­diengangs und erinnerte an das Engagement des VLW und die gute Zusammenarbeit bei der Ein­richtung des Studienganges vor 10 Jahren. Er be­dankte sich bei Professor Thomas Deißinger für sein Engagement als Jurymitglied im Rahmen der Verleihung des Wirtschaftspädagogikpreises für exzellente Diplomarbeiten der Stiftung Wirtschaft und Erziehung.

 

Professor Dr. Dieter Euler von der Universität St. Gallen stellte in seinem Festvortrag „Der Gast nicht der Koch beurteilt die Qualität des Menüs“ Überle­gungen zur Qualitätsentwicklung in Bildungsinstitu­tionen vor.

 

Urs Frey, Absolvent der Wirtschaftspädagogik an der Universität Konstanz zitierte in seiner Anspra­che Hermann Hesses Gedicht „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ und verwies auf die guten Studienbedingungen im Studiengang Wirtschafts­pädagogik.

Professor Jürgen Seifried sprach das Schlusswort und bedankte sich noch einmal bei allen Rednern und Gästen und dem Holzbläserquintett des Mu­sikvereins Konstanz-Allmannsdorf, das für einen festlichen musikalischen Rahmen der Veranstal­tung sorgte.

Bei einem Sektempfang mit Buffet hatten die zahl­reichen Gäste noch einmal die Möglichkeit des fachlichen und persönlichen Austausches im Rück­blick auf die gelungene Festveranstaltung.