Berliner Erklärung
In 20 Jahren viel erreicht, aber …
Berliner Erklärung des VLW anlässlich des 20. Jahrestages der Gründung der
VLW- Landesverbände in den neuen Ländern.
Die berufliche, insbesondere die kaufmännische Bildung hat sich in den „neuen“ Bundesländern sehr schnell und effektiv auf die neuen Rahmenbedingungen eingestellt. Sie ist etabliert. Dennoch besteht für die Politik auch weiterhin erheblicher Handlungsbedarf.
Der Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen (VLW) stellt fest:
· Der Beamtenstatus muss allen Lehrkräften gewährt werden, damit auch zukünftig unsere Schulen attraktiv für den Lehrerberuf sind.
· Bisher noch tarifbeschäftigte Kolleginnen und Kollegen sind in das Beamtenverhältnis zu übernehmen.
· Grundsätzlich haben alle Lehrkräfte einen Anspruch auf eine volle Planstelle. Stundenreduzierungen dürfen nur freiwillig und auf Antrag der beschäftigten Lehrkräfte erfolgen.
· Die Eingruppierung der Lehrkräfte der Sekundarstufe II des höheren Dienstes muss in der Eingangsbesoldung A13/A14 erfolgen.
· Weitere Beihilfekürzungen sind nicht hinnehmbar. Die Beihilferegelungen sind auf den Stand der Bundesvorschriften des Jahres 1990 zu bringen.
· Die Mittel, die aufgrund der demografischen Entwicklung frei geworden sind, müssen zwingend im System verbleiben, da nur so auch in Zukunft eine qualifizierte und nachhaltige berufliche Bildung gesichert werden kann.
· Vollzeitschulische Berufsausbildung ist eine wichtige und unverzichtbare Säule der beruflichen Bildung und muss auch in Zukunft zwingend an den beruflichen Schulen angesiedelt sein.
· Für die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen einer vollzeitschulischen Ausbildung muss die uneingeschränkte Anerkennung des Abschlusses erreicht werden. Dies muss sich auch in dem neu zu entwickelnden Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) widerspiegeln.
· Bei der konzeptionellen Entwicklung und Umsetzung zu mehr Eigenverantwortlichkeit der Schulen sind zukünftig auch verstärkt die Kolleginnen und Kollegen und deren Vertretungen einzubeziehen. Die dafür erforderlichen Ressourcen sind von den Ländern vorzuhalten.
· In allen Bundesländern ist eine eigenständige Lehreraus- und -weiterbildung zwingend zu etablieren.
· Für die neue Bachelor-/Master-Studiengangstruktur sind auch in den neuen Ländern Nachjustierungen vorzunehmen, damit die wirtschaftspädagogischen Studiengänge für die Studentinnen und Studenten besser studierbar werden.
· Das System der Lehrerfort- und -weiterbildung ist an die Erfordernisse eines lebenslangen Lernens anzupassen.
Der VLW wird auch zukünftig die Entwicklungen im Bereich der beruflichen Bildung konstruktiv-kritisch begleiten.
Berlin, den 12.11.2010





