AG-BFN-Forum
Herausforderungen an das Bildungspersonal in der beruflichen Aus- und Weiterbildung: Forschungsbefunde und Qualifizierungskonzepte
Quelle: bibb/ES
v.l. Dr. Axel-Michael Unger und Dr. Annette Orth
Zum Abschluss des AG-BFN-Forums fand eine Podiumsdiskussion statt, die von Prof. Dr. Reinhold Weiß (Ständiger Vertreter des Präsidenten des BIBBs und Forschungsdirektor) moderiert wurde.
An der Podiumsdiskussion nahmen neben der Bundesvorsitzenden des VLW, Dr. Annette Orth, Arno Leskien, Bundesministerium für Bildung und Forschung,
Georg Hirner Kultusministerkonferenz, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus und Dr. Axel-Michael Unger, Bundesverband Deutscher Berufsausbilder teil.
Dr. Annette Orth (Bundesvorsitzende des Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen) forderte im Rahmen der Podiumsdiskussion eine differenziertere Betrachtung des sogenannten ‚Übergangssystems’.
So sei beispielsweise die Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung sowie die sogenannte ‚Höhere Handelsschule’ ein Bildungsgang, der vertiefte berufliche Kenntnisse für einen Berufsstart in einem anspruchsvollen Beruf vermittelt. Mit der besonderen Schwerpunktbildung leistet sie einen Beitrag zum Einstieg in die Erstausbildung für qualifizierte kaufmännische Tätigkeiten. In den kaufmännischen Berufsfachschulen haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit allgemeinbildende Abschlüsse zu erwerben, die sie zum Besuch weiterführender Bildungsgänge berechtigen. Dies seien damit traditionell ‚echte Qualifizierungseinrichtungen’ und nicht ‚Warteschleifen’.
Es sind deshalb nicht nur potentiell Benachteiligte, die sich im Übergangssystem befinden. Die Zielgruppe sei heterogen. Viele Probleme ergäben sich auch durch die immer noch mangelnde Durchlässigkeit der verschiedenen Systeme.
Ein weiteres Thema der Diskussion war die Umstellung der Diplomstudiengänge auf Bachelor und Master.
Hier sei es für den VLW wichtig, dass wir bald wieder zu einer größeren Annäherung der Studiengangsstrukturen kommen müssen, um gerade die Vorteile einzufahren, die mit den Strukturveränderungen des Bologna-Prozesses ursprünglich angestrebt wurden. Zu betonen sei hier z. B. die höhere nationale und internationale Mobilität, kürzerer Studienzeiten, geringere Abbrecherquoten, die Anerkennung der Bachelor- und Masterabschlüsse im Ausland sowie an die gegenseitige Anerkennung der Lehrerbildungsexamina durch die deutschen Kultusministerien. Auch führe die erforderliche Abschlussnote für den Übergang zum Masterstudium häufig zu einer strategischen Fächerwahl, die nicht immer der Bedarfslage der Schulen entspräche.
Weitere Themen waren die Qualifizierung des außerschulischen Bildungspersonals wie die Auswirkungen der Reform der AEVO, neue Fortbildungskonzepte für Bildungspersonal, sowie die Qualifizierung von ausbildenden Fachkräften, sowie die Weiterbildungsfortbildung zum Berufspädagogen IHK.
v.l. Dr. Unger, Dr. Orth, Prof. Dr. Weiß, Georg Hirner, Arno Leskien, Quelle: bibb/ES




